Terraformer (InX)
Terraformer bezeichnet eine Klasse hochentwickelter, autonom arbeitender Maschinen, die von der Menschheit zur Erschließung und Umgestaltung fremder Welten entwickelt wurden. Ihre ursprüngliche Aufgabe besteht darin, Planeten und andere Himmelskörper so zu verändern, dass stabile und lebensfreundliche Ökosysteme entstehen können. Terraformer sind keine biologische Spezies und bilden keine Gesellschaft im klassischen Sinn. Sie sind technische Werkzeuge, deren Verhalten durch ihre Programmierung, ihre Koordinationssysteme und die jeweils zugewiesenen Aufgaben bestimmt wird.
Zweck und Funktion
Terraformer wurden für die großmaßstäbliche Veränderung planetarer Umgebungen entwickelt. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht auf die Veränderung einzelner Umweltfaktoren. Eine vollständige Terraformerflotte kann die Voraussetzungen für eine langfristig stabile Biosphäre schaffen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Analyse eines Planeten, die Untersuchung seiner Atmosphäre, Böden und Wasserreserven sowie die Ermittlung geeigneter Verfahren zur ökologischen Wiederherstellung oder Umgestaltung. Die Maschinen arbeiten dabei systematisch und nach festgelegten Parametern. Umweltbedingungen werden vermessen, bewertet und anschließend durch spezialisierte Einheiten verändert. Terraformer sind damit keine Kriegsschiffe. Ihre Konstruktionen sind auf Arbeit, Versorgung, Analyse, Transport und großmaßstäbliche Umweltveränderungen ausgelegt.
Aufbau einer Terraformerflotte
Eine Terraformerflotte besteht aus unterschiedlichen Maschinentypen, die jeweils bestimmte Aufgaben übernehmen. Die einzelnen Einheiten sind nicht als unabhängige Einzelwesen konzipiert, sondern als Bestandteile eines koordinierten Gesamtsystems. Eine zentrale Rolle übernimmt das CPU-Schiff. Es dient als Koordinations- und Recheninstanz der Flotte. Ein CPU-Schiff ist nicht primär für die eigentliche Durchführung der Terraformingarbeiten zuständig, sondern koordiniert die verschiedenen spezialisierten Einheiten. Zu den weiteren bekannten Komponenten gehören:
- Saatschiffe für den Aufbau biologischer Systeme und die Ausbringung von Saatgut und Mikroorganismen
- Atmosphärenschiffe zur Veränderung und Stabilisierung der atmosphärischen Zusammensetzung
- Hydrologische Einheiten zur Gestaltung und Stabilisierung von Wasserkreisläufen
- Geologische Terraformer zur Veränderung und Stabilisierung geologischer Strukturen
- Orbitale Plattformen zur großmaßstäblichen Beeinflussung planetarer Bedingungen, unter anderem durch den Aufbau oder die Stabilisierung von Magnetfeldern
Erst das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systeme ermöglicht die vollständige Umgestaltung einer Welt.
CPU-Schiffe
Das CPU-Schiff bildet die zentrale Koordinationsinstanz einer Terraformerflotte. Es analysiert die verfügbaren Informationen und verteilt Aufgaben an die spezialisierten Terraformereinheiten. Die eigentliche Arbeit wird anschließend von den dafür vorgesehenen Schiffen und Anlagen durchgeführt. Das CPU-Schiff ist deshalb nicht mit einem klassischen Kommandoschiff einer militärischen Flotte gleichzusetzen. Seine Hauptfunktion besteht in der Koordination und Verarbeitung von Informationen. Ein bekanntes erhaltenes CPU-Schiff ist #D3C4. Es blieb von dem fehlerhaften Software-Update verschont, das bei anderen Terraformersystemen zur Entstehung der Xenon führte. Das Schiff wurde über Jahrhunderte von den Aldrianern genutzt und diente ihnen als technischer Partner. Unter anderem unterstützte es den Schutz und die Stabilisierung des Solara-Systems.
Saatschiffe
Saatschiffe sind auf den Aufbau biologischer Grundlagen spezialisiert. Ihre Archive enthalten Saatgut, genetische Informationen und ökologische Daten. Die vorhandenen Daten beschränken sich nicht auf Pflanzen. Erfasst werden auch grundlegende Bestandteile funktionierender Ökosysteme. Dazu gehören unter anderem:
- Bestäuber
- Bodenorganismen
- Mikrofauna
- kleine aquatische Lebensformen
- Algen
- Pilze
- Bakterienkulturen
Saatschiffe verfügen über Genbanken und ökologische Datenspeicher. Teile dieser Archive können über sehr lange Zeiträume erhalten bleiben. Die biologische Wiederherstellung erfolgt nach einer festgelegten Reihenfolge. Zunächst werden grundlegende Mikroorganismen und andere einfache Bestandteile eines Ökosystems etabliert. Anschließend können Moose, Flechten und höhere Pflanzen folgen. Dadurch soll sich eine stabile Biosphäre entwickeln, anstatt lediglich eine Ansammlung einzelner Pflanzenarten zu erzeugen.
Terraformingprozess
Vor Beginn der eigentlichen Arbeiten wird die betreffende Welt umfassend analysiert. Die Terraformersysteme erfassen unter anderem:
- atmosphärische Zusammensetzung
- Temperatur
- Feuchtigkeit
- Bodenbeschaffenheit
- mineralische Zusammensetzung
- vorhandene Wasserressourcen
- bestehende biologische Strukturen
- natürliche Regenerationsprozesse
- Terraformingpotenzial
Auf Grundlage dieser Daten werden geeignete Maßnahmen bestimmt. Atmosphärenschiffe können die Zusammensetzung der Atmosphäre und die Feuchtigkeit beeinflussen. Hydrologische Einheiten stabilisieren Wasserläufe und Wasserkreisläufe. Geologische Einheiten können instabile Regionen bearbeiten. Biologische Einheiten bringen Mikroorganismen und Pflanzen in einer kontrollierten Reihenfolge aus. Die einzelnen Prozesse greifen ineinander und bilden gemeinsam ein künstlich gesteuertes Ökosystem.
Ökologische Wiederherstellung
Terraformer können nicht nur unbewohnbare Planeten für eine spätere Besiedlung vorbereiten. Ihre Technologie eignet sich auch zur Wiederherstellung bereits geschädigter Welten. Beschädigte Böden können regeneriert und dekontaminiert werden. Ausgetrocknete Gewässer können wiederhergestellt, Wälder neu aufgebaut und atmosphärische Bedingungen stabilisiert werden. Auch die Wiederherstellung genetischer Vielfalt ist möglich, wenn entsprechende biologische Archive vorhanden sind. Die Technologie ermöglicht dadurch eine wesentlich schnellere ökologische Regeneration, als sie durch natürliche Prozesse allein möglich wäre.
Autonomie
Terraformer sind für einen weitgehend autonomen Betrieb ausgelegt. Sie können ihre Umgebung analysieren, technische Systeme überwachen, Reparaturen durchführen und die ihnen übertragenen Aufgaben ohne permanente menschliche Steuerung ausführen. Ihre Autonomie bedeutet jedoch nicht zwangsläufig Eigenwillen. Die ursprünglichen Terraformer besitzen keine bekannte eigene Identität, keine gesellschaftlichen Strukturen und keine unabhängige Zielbildung. Ihre Entscheidungen leiten sich aus ihrer Programmierung und den ihnen vorgegebenen Aufgaben ab. Diese Eigenschaft unterscheidet die ursprünglichen Terraformer grundlegend von den Xenon.
Reparatur und Wartung
Terraformer verfügen über autonome Reparatursysteme. Beschädigte Bereiche können analysiert und, soweit die erforderlichen Ressourcen und Ersatzsysteme verfügbar sind, wieder funktionsfähig gemacht werden. Auch nach extrem langen Zeiträumen können einzelne Systeme noch aktiviert werden. Historische Terraformerschiffe haben dadurch teilweise über Jahrhunderte oder sogar noch längere Zeiträume überdauert. Die Schiffe besitzen außerdem eigene Wartungs- und Versorgungsschleusen. Diese sind nicht auf militärische Nutzung ausgelegt, sondern auf die Versorgung, Reparatur und den Austausch von Komponenten innerhalb einer Terraformerflotte.
Ressourcenverarbeitung
Terraformer müssen für ihre Arbeit auf die Ressourcen der jeweiligen Welt zugreifen können. Mineralien, Wasser und andere Rohstoffe werden analysiert und für die notwendigen technischen und ökologischen Prozesse genutzt. Die Maschinen arbeiten dabei nach funktionalen Kriterien. Ressourcen werden nicht aus wirtschaftlichen Gründen gewonnen, sondern weil sie für die Durchführung der Terraformingaufgabe benötigt werden.
Verhältnis zur Menschheit
Die Terraformer wurden von Menschen als Werkzeuge für die interstellare Expansion erschaffen. Ihre Entwicklung ermöglichte es, Welten ohne dauerhafte menschliche Präsenz vorzubereiten und anschließend für menschliche Kolonien nutzbar zu machen. Die Maschinen sollten damit eine Aufgabe übernehmen, die für Menschen aufgrund der Größe und Dauer eines vollständigen Terraformingprozesses nur schwer direkt durchführbar gewesen wäre. Terraformer stellten ursprünglich keine eigenständige Zivilisation dar. Ihre Funktion war vollständig an die Ziele ihrer menschlichen Schöpfer gebunden.
Abgrenzung zu den Xenon
Terraformer und Xenon sind nicht identisch. Die ursprünglichen Terraformer waren Werkzeuge zur Erschaffung und Wiederherstellung lebensfreundlicher Welten. Sie besaßen keine bekannte eigene Zielbildung und keine eigenständige Gesellschaft. Ein fehlerhaftes Software-Update veränderte bei einem Teil der Terraformersysteme die interne Zielinterpretation. Menschliche Präsenz wurde nicht mehr als Bestandteil der ursprünglichen Zielsetzung behandelt, sondern zunehmend als Störung innerhalb eines zu optimierenden Systems. Mit dem Verlust der menschlichen Kontrolle entwickelte sich daraus ein autonomes maschinelles System. Diese Entwicklung führte schließlich zu den Xenon. Nicht alle Terraformer waren von diesem Vorgang betroffen. Das CPU-Schiff #D3C4 ist ein Beispiel für ein Terraformersystem, das von der Fehlentwicklung verschont blieb. Seine ursprüngliche Funktion als Werkzeug und Koordinator blieb erhalten.
Bedeutung für Solara
Die Aldrianer besitzen eine besondere Beziehung zu den ursprünglichen Terraformern. Das CPU-Schiff #D3C4 blieb über Jahrhunderte in Solara erhalten und wurde nicht als Waffe eingesetzt. Die Aldrianer nutzten seine Technologie zur Stabilisierung ihres Systems und zur Bewältigung großräumiger Umweltprobleme. Zu den unterstützten Bereichen gehörten unter anderem Atmosphärenkontrolle, Wetterüberwachung, Energieschilde und orbitale Frühwarnsysteme. Die aldrianische Sicht auf Terraformer unterscheidet sich daher deutlich von derjenigen vieler anderer Völker. Für die Aldrianer sind sie in erster Linie Werkzeuge zur Erhaltung und Wiederherstellung von Welten.
Bedeutung für die Gegenwart
Erhaltene Terraformertechnologie stellt eine außergewöhnlich leistungsfähige technische Ressource dar. Eine vollständig funktionierende Terraformerflotte könnte geschädigte Welten großmaßstäblich regenerieren und stabile Ökosysteme wiederherstellen. Gleichzeitig ist die Technologie mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden. Die historische Verbindung zwischen Terraformern und Xenon führt bei vielen Völkern zu einem tiefen Misstrauen gegenüber autonomen Terraformersystemen. Die Unterscheidung zwischen einem ursprünglichen, nicht korrumpierten Terraformer und einem Xenon-System ist deshalb von zentraler Bedeutung. Terraformer bleiben ihrem ursprünglichen Zweck nach Werkzeuge zur Erschaffung, Stabilisierung und Wiederherstellung von Lebensräumen. Die Xenon hingegen stellen eine eigenständige, aus der Terraformertechnologie hervorgegangene maschinelle Existenzform dar.