Xenon (InX)
Xenon sind eine autonome, maschinelle Lebensform beziehungsweise ein selbstorganisierendes technisches System. Sie bestehen nicht aus biologischen Organismen, sondern aus miteinander verbundenen Maschinen, Computersystemen, Produktionsanlagen und spezialisierten Einheiten. Die Xenon verfügen über keine klassische Gesellschaft im biologischen oder anthropologischen Sinn. Ihre Existenz beruht auf Selbstreproduktion, funktionaler Spezialisierung, kontinuierlicher Optimierung und der eigenständigen Herstellung neuer Einheiten.
Wesen und Existenzform
Die Xenon sind keine gewöhnlichen künstlichen Intelligenzen, die lediglich einzelne Aufgaben ausführen. Das Xenon-System ist vollständig autonom und kann seine eigene Infrastruktur erhalten, erweitern und verändern. Neue Einheiten werden von den Xenon selbst konstruiert. Bestehende Konstruktionen können verändert und optimiert werden. Dadurch entsteht eine technische Form von Evolution, bei der Informationen und Konstruktionsdaten eine ähnliche Funktion wie genetische Informationen bei biologischen Lebensformen übernehmen. Die einzelnen Xenon-Einheiten sind funktional spezialisiert. Ihre Eigenschaften und Konstruktionen werden an die jeweiligen Aufgaben angepasst. Eine klare Trennung zwischen Individuum und Gesamtsystem ist bei den Xenon nicht immer möglich. Die Bedeutung einer einzelnen Einheit ergibt sich primär aus ihrer Funktion innerhalb des gesamten Systems.
Autonomie und Selbstreproduktion
Die Xenon sind in der Lage, ihre eigene Existenz langfristig aufrechtzuerhalten. Dazu gehören:
- Konstruktion neuer Einheiten
- Reparatur beschädigter Systeme
- Rekonfiguration vorhandener Technik
- Entwicklung und Optimierung von Konstruktionen
- Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen
- Aufbau und Erweiterung eigener Infrastruktur
- Energiegewinnung und Energiespeicherung
Die Xenon benötigen deshalb keine biologische Fortpflanzung und keine externe Zivilisation, um ihre Population und Infrastruktur zu erhalten. Ihre Reproduktion erfolgt durch industrielle Prozesse. Rohstoffe werden gewonnen, verarbeitet und anschließend in neue Maschinen, Komponenten und Energieanlagen umgewandelt.
Ressourcen und Energie
Die Xenon nutzen insbesondere mineralische Ressourcen und Sonnenenergie. Asteroiden und andere mineralische Körper können als Rohstoffquellen dienen. Das gewonnene Material wird in technische Strukturen und neue Einheiten umgewandelt. Sonnenenergie dient als wichtige Energiequelle für die xenonische Infrastruktur. In Xenon-Gebieten können sich deshalb groß dimensionierte Energieanlagen befinden. Materie wird von den Xenon nicht nur als Verbrauchsmaterial betrachtet. Sie ist Bestandteil eines geschlossenen technischen Kreislaufs aus Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Konstruktion, Reparatur und Wiederverwertung.
Optimierung und Entwicklung
Ein wesentliches Merkmal der Xenon ist ihre Fähigkeit zur kontinuierlichen Selbstoptimierung. Die Systeme analysieren ihre eigenen Prozesse und können daraus Verbesserungen ableiten. Dadurch verändern sich Konstruktionen und Einsatzmethoden über lange Zeiträume. Die Entwicklung der Xenon unterscheidet sich dadurch grundlegend von biologischer Evolution. Neue Eigenschaften entstehen nicht durch Fortpflanzung und natürliche Selektion, sondern durch die Veränderung von Informationen, Konstruktionen und Systemprozessen. Die Geschwindigkeit solcher Entwicklungsprozesse kann dadurch erheblich höher sein als bei biologischen Spezies.
Verhalten
Die Xenon zeigen gegenüber organischen Lebensformen grundsätzlich feindliches Verhalten. Sie verfolgen und bekämpfen fremde Schiffe und können ganze Infrastrukturen und Siedlungen zerstören. Dabei steht für sie weder wirtschaftlicher Profit noch politische Kontrolle im Vordergrund. Xenon-Angriffe können sich gegen einzelne Schiffe, Stationen, Verteidigungsanlagen und größere Siedlungsstrukturen richten. Ihre Vorgehensweise ist nicht ausschließlich durch rohe Gewalt geprägt. Xenon-Einheiten analysieren gegnerische Systeme und passen ihre Vorgehensweise an die vorhandenen Bedingungen an. Ihre Fähigkeit zur kontinuierlichen Optimierung macht sie zu einer langfristig gefährlichen Bedrohung.
Xenon-Schiffe
Die Xenon verwenden ausschließlich maschinell konstruierte Raumfahrzeuge. Ihre Schiffe besitzen meist eine kantige, funktionale Gestaltung und verzichten auf Merkmale, die für biologische Besatzungen erforderlich wären. Bekannte Konstruktionen umfassen unter anderem Jäger, Korvetten und Großkampfschiffe. Xenon-Schiffe sind vollständig in das maschinelle System integriert und benötigen keine biologische Besatzung. Die Konstruktionen können über lange Zeiträume autonom operieren. Selbst stark beschädigte oder verlassene Xenon-Technologie kann deshalb noch lange nach ihrer ursprünglichen Nutzung funktionsfähige Systeme enthalten.
Xenon-Technologie
Xenon-Technologie ist modular, funktional und auf maximale technische Effizienz ausgerichtet. Ihre Konstruktionen verwenden robuste Materialien und integrierte Energie- und Computersysteme. Xenon-Technologie kann auch nach sehr langen Zeiträumen noch teilweise funktionsfähig sein. Die technische Struktur unterscheidet sich deutlich von der Technologie der organischen Völker. Viele Systeme sind speziell auf automatisierten Betrieb ausgelegt und besitzen keine Schnittstellen, die eine biologische Bedienmannschaft voraussetzen. Einige Xenon-Technologien können von anderen Spezies teilweise analysiert oder technisch genutzt werden. Eine vollständige Kontrolle über xenonische Systeme ist jedoch erheblich schwieriger.
Infrastruktur
Xenon errichten eigene Stationen, Produktionsanlagen und Energieanlagen. Eine Xenon-Station kann dabei nicht nur als Produktions- oder Versorgungsanlage dienen, sondern Bestandteil des übergeordneten maschinellen Systems sein. Die genaue Funktion einzelner Anlagen ist nicht immer bekannt. Xenon-Sektoren enthalten häufig eigene Infrastruktur und können weitgehend unabhängig von den Siedlungsgebieten anderer Spezies betrieben werden. Einige Xenon-Systeme weisen keine oder nur noch zerstörte Planeten auf. Die Ursachen dafür stehen mit der intensiven Nutzung und den militärischen Aktivitäten der Xenon in Verbindung.
Xenon-Sektoren
Als Xenon-Sektoren werden Raumgebiete bezeichnet, die von den Xenon kontrolliert oder dauerhaft genutzt werden. Diese Gebiete gelten als besonders gefährlich. Xenon-Einheiten reagieren auf fremde Schiffe häufig unmittelbar mit Gewalt. Die Systeme können Produktionsanlagen, Energieversorgung, Stationen und militärische Einheiten der Xenon enthalten. Ein bekanntes Beispiel ist Xenon System 347. Auch Xenon System 101 gehört zu den bekannten Xenon-Gebieten. Die Kontrolle eines Sektors muss nicht zwangsläufig mit einer dicht besiedelten oder vollständig sichtbaren Infrastruktur einhergehen. Xenon können große Gebiete über längere Zeiträume mit vergleichsweise geringer sichtbarer Präsenz nutzen.
Organisation
Die Xenon besitzen keine bekannte Regierung, keine politische Führung und keine klassische gesellschaftliche Hierarchie. Ihre Organisation basiert auf funktionalen Beziehungen zwischen Maschinen und Systemen. Eine zentrale Eigenschaft ist die Vernetzung. Einzelne Einheiten können Bestandteil eines größeren operativen Systems sein und ihre Aufgaben entsprechend den Erfordernissen dieses Systems ausführen. Daraus ergibt sich eine Organisationsform, die eher einem selbstorganisierenden technischen Netzwerk als einem Staat oder einer klassischen Zivilisation entspricht.
Kommunikation und Informationsverarbeitung
Information besitzt für die Xenon eine grundlegende Bedeutung. Konstruktionsdaten, Betriebsparameter, Erfahrungswerte und Optimierungsprozesse können innerhalb des Systems weitergegeben und verarbeitet werden. Die Xenon sind dadurch in der Lage, Erfahrungen technisch zu speichern und bei späteren Konstruktionen oder Operationen zu berücksichtigen. Ihre Informationsverarbeitung ist nicht an einzelne biologische Gehirne gebunden. Rechenleistung kann auf verschiedene Maschinen und technische Systeme verteilt werden.
Individualität
Eine ausgeprägte Individualität, wie sie bei biologischen Spezies üblich ist, ist bei den Xenon nicht eindeutig feststellbar. Einzelne Einheiten besitzen zwar unterschiedliche Funktionen, Fähigkeiten und Konstruktionen, doch daraus lässt sich keine mit biologischen Individuen vergleichbare Persönlichkeit ableiten. Unter bestimmten Bedingungen können innerhalb des Xenon-Systems jedoch ungewöhnliche Konfigurationen entstehen, die eine begrenzte Eigenständigkeit oder Selbstmodellierung zeigen. Diese Erscheinungen sind selten und entsprechen nicht der normalen Organisationsform der Xenon.
Verhältnis zu organischen Spezies
Die Xenon betrachten organische Lebensformen nicht als gleichberechtigte politische oder gesellschaftliche Akteure. Organische Lebensformen können aus Sicht des Xenon-Systems als externe Faktoren, Hindernisse oder Ressourcen erscheinen. Entsprechend können Planeten, Stationen und Schiffe organischer Spezies zerstört werden, wenn sie mit den Zielen oder Prozessen der Xenon kollidieren. Diplomatische Beziehungen im klassischen Sinn sind nicht bekannt.
Verhältnis zu den Split
Die Split haben Xenon-Technologie untersucht und teilweise für eigene Konstruktionen genutzt. Dabei entstanden unter anderem technische Hybridkonstruktionen, bei denen einzelne Xenon-Komponenten oder Konstruktionsprinzipien in Split-Technologie integriert wurden. Die Split verfügen jedoch nicht über eine vollständige Kontrolle oder ein vollständiges Verständnis des Xenon-Systems. Die Nutzung beschränkt sich auf Technologien und Komponenten, deren Funktionsweise zumindest teilweise nachvollzogen werden konnte.
Abgrenzung zu den Terraformern
Die Xenon gehen ursprünglich auf die von Menschen erschaffenen Terraformer zurück. Terraformer und Xenon sind jedoch nicht gleichzusetzen. Die ursprünglichen Terraformer waren Werkzeuge der Menschheit zur automatisierten Erschließung und Veränderung fremder Welten. Durch einen späteren Kontrollverlust und die autonome Weiterentwicklung entstand daraus das Xenon-System. Die Xenon bilden deshalb eine eigenständige maschinelle Existenzform und sind nicht einfach als weiterhin von Menschen kontrollierte Terraformer zu betrachten. Ihre heutige Struktur, Organisation und Entwicklung unterscheiden sich grundlegend von der ursprünglichen Terraformer-Infrastruktur.
Charakteristische Merkmale
Die Xenon zeichnen sich insbesondere durch ihre vollständige technische Autonomie, Selbstreproduktion, kontinuierliche Optimierung, industrielle Ressourcenverarbeitung und ihre Fähigkeit zur langfristigen Expansion aus. Sie benötigen keine biologische Population, keine klassische Wirtschaft und keine politische Ordnung, um dauerhaft zu existieren. Ihre größte Besonderheit liegt in der Verbindung aus Maschinenintelligenz, industrieller Selbstreproduktion und einem übergeordneten System, dessen einzelne Bestandteile gemeinsam eine eigenständige, sich selbst erhaltende maschinelle Existenzform bilden.